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Mit Kompression auf dem Jakobsweg – Part 5

Leben, Laufen, Lachen mit Lipödem – mit Kompression über den Jakobsweg

 

18. September 2023 Carreco – Caminha

 

Jakobsweg Tag 4

Die Nacht in unserer Kuschelhöhle war endlich mal gut und erholsam. Leider gibt es auch heute Morgen keinen Kaffee in unserer Herberge. Einen Supermarkt oder ein Café gibt es leider auch nicht in der Nähe. Der Regen hat sich verzogen und wir starten gut gelaunt in unseren vierten Wandertag. Der Weg führt uns wieder durch einen zauberhaften Wald. Der Wald hier ist etwas lichter und überall blüht das Heidekraut. Unzählige Eukalyptusbäume säumen den Weg. Die Strecken durch den Wald sind einfach wunderschön und eine Erholung für den Geist.

Riekes und meine Gespräche sind wieder sehr intensiv an diesem Morgen. Ich kann’s nicht anders beschreiben, aber ich fühle mich wirklich gesegnet in diesem Moment. Ich hatte immer den Traum einer Familie. Aber tatsächlich mehr im klassischen Sinne. Verlieben, heiraten, Haus bauen, Kinder kriegen, Apfelbaum und so. Aber das Leben schreibt nunmal andere Geschichten. Dass ich einen geschiedenen Mann mit zwei Kindern heiraten würde, war nicht in meinem Plan vorgesehen. Jetzt habe ich einen wunderbaren Mann und zwei phantastische Bonustöchter, die ich schon seit mehr als 10 Jahren begleiten darf. Und dass ich mit einer dieser beiden diese Reise machen darf, erfüllt mich mit Stolz und Dankbarkeit.

Wir sind schon etwa 8 Kilometer unterwegs, als wir endlich einen Ort erreichen. Ein gutes Stück vom Camino entfernt ist ein Supermarkt. Einen Umweg wollen wir zwar nicht unbedingt machen, aber wir haben Hunger. Und so wandern wir bergab zu einem kleinen Tante-Emma-Laden. Dort decken wir uns mit Brot, Käse, Joghurts, Obst und natürlich Wasser ein. Vor der Tür machen wir ein improvisiertes Picknick auf einer Bank. Den Weg zurück zum Camino steil bergauf wollen wir uns nicht antun. Wir pokern etwas und folgen der Nationalstraße ein Stück. Der Abschnitt ist zwar nicht besonders schön, wir finden den Camino jedoch schnell wieder und sparen uns damit den steilen Aufstieg.

Im nächsten Ort angelangt erwarb ich in einem asiatisch anmutenden Shop ein Bandana für 1,50 Euro – Sonnenschutz und Halstuch in einem. Ein paar hundert Meter weiter machten wir unsere nächstes Pause in einem Strandcafé. Gut gestärkt machten wir uns wieder auf den Weg. Um ein paar hundert Meter weiter wieder zu verweilen. Hier gab es Schaukelbänke unmittelbar am Meer. Schaukeln und aufs Meer schauen – wie schön ist das denn?! Das war definitiv die Erkenntnis des Tages: Schaukeln macht glücklich. Und man sollte viel öfter schaukeln!

Mädchen auf Schaukel

Nach der weiteren Pause führt uns der Weg entlang des Meeres weiter in Richtung Caminha. Wir genießen die Aussicht auf das Meer noch einmal in vollen Zügen. Mit unserer Kanu-Tour am nächsten Tag werden wir auf den Inlands-Camino wechseln und der Tag heute sollte vorerst unser letzter Tag am Meer sein. Die heutige Etappe ist für mich die bisher landschaftlich schönste. Auch die vielen Pausen tun mir gut. Trotz meiner anhaltenden Schmerzen im linken Fuß ist die heutige Etappe für mich gut schaffbar. Es setzt so etwas ein wie Gewohnheit. Ein Flow. Das Laufen macht mir Freude. ich merke, dass ich anfange alles um mich herum bewusster wahrzunehmen. Ich fange an, meinen Weg wirklich zu genießen.

Mit Caminha erwartet uns ein nettes Örtchen am Grenzfluss zwischen Portugal und Spanien. Durch kleine Gassen laufen wir in Richtung des Stadtzentrums. Dort stehen wir mit einem Mal auf einem Platz mit mehreren Restaurants und Bars. Das sieht vielversprechend aus! Unser Hostel diesmal ist wieder recht groß und hat gute Bewertungen bei Booking. Unsere Betten befinden sich in 4er Schlafkabinen, die durch Holzplatten von der nächsten Kabine getrennt sind. Trotz gemeinsamer Buchung haben Rieke und ich unterschiedliche Schlafkabinen erwischt. Dafür hat Sarah das Bett schräg über mir ergattert. Von der Sauberkeit und der Ausstattung des Hostels bin ich leider nicht so überzeugt. In den nächsten Tagen steht also wirklich nochmal an, dass wir uns was wirklich nettes zum Übernachten gönnen.

 

Nach der Dusche ist wieder Handwäsche angesagt. Da ich nur 2 Kompressionsstrumpfhosen im Gepäck habe, ist für mich eigentlich täglich Waschtag angesagt. Ich will einfach nicht Gefahr laufen, dass die Strumpfhose anfängt zu rutschen und ich so Gefahr laufe, dass ich mich wund laufe. Diesmal gibt es eine Waschgelegenheit auf der Dachterrasse. Ich wasche meine Kleidung mit der Hand durch und kämpfe wieder einmal mit dem Auswringen der Strumpfhose.

Anschließend pflege ich noch ein wenig meine Füße. Auch hier habe ich bereits im Vorfeld viele Gedanken und Mühe investiert. Meine ersten Überlegungen zum Camino hab ich bereits 2 Jahre vor dem Weg angestellt. Ich habe mit meiner KompriGUIDE Nina mit verschiedenen Fußteilen an meiner Kompression experimentiert. Für mich hat sich herausgestellt, dass sich Strumpfhosen mit offenen Spitzen am besten eignen. Dies bedeutet aber auch, dass ich zwingend Wandersocken über der Strumpfhose tragen muss. Dadurch benötige ich Wanderschuhe in einer größeren Größe, als ich sie zuvor getragen habe. Diese habe ich mir schon ein Jahr vor der Wanderung zugelegt, um sie gut einzulaufen. Experimente mit verschiedenen Wandersocken folgten. Ebenso habe ich die Länge des Fußteils mit Nina immer wieder angepasst, damit das Fußteil im Schuh nicht rutscht.
Etwa 3 Wochen vor dem Camino habe ich dann begonnen meine Füße jeden Tag mit Hirschtalg einzucremen. Das sollte die Füße schön geschmeidig halten, damit sich möglichst keine Blasen bilden. Einen Tag vor Abreise hatte ich noch einen Termin zur Fußpflege, damit ich mir keine Gedanken über drückende Nägel machen muss. Kurz vor dem Weg kamen mir noch Zweifel, ob die Wanderschuhe wirklich das richtige Schuhwerk für die doch eher leichte Strecke waren. Rieke hatte auf leichte Trailrunningschuhe gesetzt. Ob die Entscheidung wirklich richtig war, kann ich in der Rückschau nicht sagen. Ich habe mir tatsächlich keine Blasen gelaufen und hatte keine Druckstellen an den Füßen. Auch die Strumpfhosen saßen tadellos. Einzig mein schmerzender Fuß sollte mich noch vor Herausforderungen stellen.

Rieke und ich erkundeten noch ein wenig Caminha und schlenderten durch die Gassen. Zum Abendessen waren wir mit Sarah verabredet. Mehrere Restaurants hatten heute gar nicht oder noch nicht geöffnet, sodass wir langsam an unserem Hunger verzweifelten. Aber wieder einmal sollte uns viel Gutes passieren und wir strandeten in einem sehr schicken Lokal direkt an der Promenade. Mit unserer funktionellen Pilgerbekleidung vielen wir dort definitiv auf wie bunte Hunde. Das Essen und der Wein waren jedoch hervorragend und wir schlemmten wie Gott in Frankreich. Sarah und ich teilten uns gegrillten Oktopus, den ich tatsächlich noch nie zuvor so köstlich zubereitet gegessen hatte. Das war ein wahres Festessen und unseres letzten Tages in Portugal definitiv würdig!

Wandertag 4 – geschafft

Vielen Dank liebe Denise für den ersten Einblick in deine Reise! Wir sind schon sehr gespannt auf Tag 6.

Wenn auch du eine Geschichte mit deiner Kompression hast, dann sende sie uns gerne zu: kontakt@mykompriguide.de

Foto von Denise und ihrer Bonustochter vor der Reise

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