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Die Belastungstoleranzgrenze

Jeder hat sie – nur die wenigstens wissen davon – noch weniger wissen sie korrekt zu interpretieren: 

Die Belastungsgrenze oder auch Belastungstoleranzgrenze:

 

Foto von Physiotherapeut Yannick Schmidt

 

Jeder Mensch ist individuell und daher haben wir alle eine unterschiedliche Belastungstoleranzgrenze. Vor allem bei allen Lip- und Lymphödemkämpfer/innen ist diese Grenze besonders individuell und genau zu betrachten.


Denn der Schmerz ist häufig der tragende Faktor, wie wir uns, und daraus resultierend, sich unser Körper verhält.
Durch Schmerzprozesse werden wir vor allem eines: Unsicher. Wir wissen nicht, was wir eigentlich machen dürfen, was unser Körper „ertragen“ kann und viel zu häufig fehlt hierzu die Aufklärung. Folge? – Vermeidungsverhalten.


Doch unser Körper kann und darf eigentlich viel mehr als wir glauben. Aufgrund der Unsicherheiten machen wir jedoch erst einmal weniger. Weniger an körperlicher Bewegung und Belastung. Dies hat zur Folge, dass automatisch unserer Belastungstoleranzgrenze sinkt und durchaus auch der Schmerz stärker wird. Also was müssen wir tun? Lasst uns etwas tiefer in die Materie eintauchen:

 

Diese Belastungstoleranzgrenze ist von vielen Faktoren abhängig. Darunter fallen:


Biologische Faktoren – Physische Faktoren – Psychische Faktoren – Soziale Faktoren
So hat ein Mensch, der eine stehende berufliche Tätigkeit ausübt, eine höhere Belastungstoleranzgrenze als ein Mensch, der ausschließlich einer sitzenden Tätigkeit nachgeht. Um ein Alltagsbeispiel zu nennen: Diese beiden Menschen gehen zusammen auf ein Konzert und müssen lange anstehen, um die besten Plätze zu bekommen.
Unsere Person, die beruflich vorwiegend bis ausschließlich steht, gerät erst deutlich später in „Unruhe“ oder in einen Ermüdungszustand als unsere Person, die hauptsächlich sitzt.

Sportübung auf der Matte

 Genauso ist es bei Bewegung und sportlichen Aktivitäten. Wir können unseren Körper auf bestimmte Bewegungen oder sportliche Aktivitäten vorbereiten und ihn gleichermaßen damit auch an seine Grenzen bringen. Wenn wir unseren Körper mit ungewohnten Bewegungen oder Haltungen (z.B. Gartenarbeit, Umzug, allg. Haltungen, die unser Körper nicht kennt) belasten, bewegen wir uns zeitweise an oder über unserer Belastungstoleranzgrenze.


Die Folge ist eine Reaktion unseres Körpers: Muskelkater, Steifigkeit am Abend oder am nächsten Tag, sogar Schmerzen können eine Folge sein.
Das Resultat. Sollten wir diese Bewegungen dann verhindern oder vermeiden? Eine ganz klare Antwort: Nein!
Wir sollten dies, auch wenn es seltsam klingt, als Motivation nehmen.


Also: Was ist zu tun?


Mit ausgewogenen Bewegungsübungen und gezielten sportlichen Aktivitäten können wir unsere Belastungstoleranzgrenze erhöhen. Dieser Prozess funktioniert allerdings nur mit Nachhaltigkeit und Regelmäßigkeit.
Stelle dir vor, du bekommst, unter therapeutischer Anleitung, gezielte und kontrollierte Übungen an die Hand, welche du in dem vorgegebenen Rahmen ausführst, und du machst 6 Wochen später genau die gleiche Gartenarbeit, die dir beim letzten Mal noch solche Probleme gemacht hat.
Du wirst staunen, denn deine Beschwerden werden deutlich geringer sein, ja vielleicht sogar komplett ausbleiben. Du fragst dich warum? Ganz einfach: Durch die letzten 6 Wochen „Training“ hast du deine Belastungstoleranzgrenze erhöht.

Diagramm der Belastungsgrenze

Dieser Erfolg verläuft jedoch nicht linear.

Es gibt immer wieder „Einbrüche“, es wird Tage geben, an dem dein Körper einfach nicht will, an dem er nicht kann. Lass mich dir eins sagen: Das ist absolut in Ordnung.

Und warum? Weil morgen schon wieder ein anderer Tag ist. Ein neuer Tag, ein neuer Versuch, der nächste Schritt in die richtige Richtung. Denn jeder kann es schaffen, egal wo und wann man startet. Es ist nie zu spät.

Wir müssen uns selbst unseren Status quo legen, diesen annehmen und diesen akzeptieren, auch wenn deine Nachbarin oder deine Arbeitskollegin „mehr“ kann.

 

Völlig egal. DU zählst und daran können wir gemeinsam arbeiten. Wir können etwas bewegen und etwas erreichen. Der Weg ist steinig, schwer und bringt einen zeitweise zum Aufgeben. Daher musst du immer dran denken, der Weg verläuft nie linear. Zwei Schritte vor, einer zurück. Auf lange Sicht gesehen, bist du deutlich weiter gekommen als du glaubst.

Und je höher wir deine Belastungstoleranzgrenze bringen, umso mehr Spaß wird dir Bewegung machen, umso mehr näher rückst du an sportliche Belastungen ran, umso leichter wird dir dein Alltag fallen und umso mehr Lebensenergie kommt zurück.

Es geht nämlich nicht darum dich auf die Bewegung oder den Sport anzupassen, sondern wir passen die Bewegungen und den Sport auf dich an.

Geht nicht – gibt’s nicht. Lass es uns angehen!

Auf den myKompriGUIDE Social-Media-Kanälen zeige ich dir immer wieder Übungen, mit denen du sowohl an deinen Lymphen als auch an deiner Belastungstoleranzgrenze arbeiten kannst.

 

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