Lymphdrainage reicht nicht mehr?
Wie IPK ergänzen kann
Du gehst regelmäßig zur Lymphdrainage, trägst deine Kompression, achtest auf Bewegung und Hautpflege. Und trotzdem fühlen sich deine Beine am Abend schwer und gespannt an. Vielleicht kennst du auch diesen Gedanken: „Ich tue doch alles, was ich kann.“
Wenn du dich darin wiederfindest, bist du nicht allein. Viele Betroffene erleben irgendwann, dass die bisherige Behandlung nicht mehr reicht. Das ist frustrierend, aber kein Zeichen dafür, dass du etwas falsch machst.
Warum die Lymphdrainage manchmal nicht mehr reicht?
Lymph- und Lipödeme verändern sich oft über Jahre. Was früher gut geholfen hat, reicht später vielleicht nicht mehr aus. Auch der Alltag spielt eine Rolle: langes Stehen, Hitze oder ein anstrengender Tag können die Beschwerden verstärken.
Manche Betroffene berichten außerdem, dass ihre Beschwerden mit hormonellen Schwankungen zusammenhängen, zum Beispiel im Zyklus oder unter Verhütung. Ob und wie stark dieser Zusammenhang ist, ist bisher nicht eindeutig belegt. Es lohnt sich aber, dass bei deiner Ärztin oder deinem Arzt anzusprechen.
Und manchmal liegen zwischen zwei Terminen viele Tage, in denen die Beine trotzdem wieder anschwellen. Das ist belastend, und du darfst das so benennen.
Warum es bei dir gerade schwieriger geworden ist, kann nur eine ärztliche Untersuchung klären. Warte nicht, bis es unerträglich wird. Sprich an, was du beobachtest.
Eine Möglichkeit: Kompression mit Druckimpulsen
Wenn die Lymphdrainage allein nicht genügt, kann eine apparative Methode eine sinnvolle Ergänzung sein. Die intermittierende pneumatische Kompression (IPK), auch apparative intermittierende Kompression (AIK) genannt, arbeitet mit einer Manschette, die sich rhythmisch mit Luft füllt und wieder entleert.
Für viele Betroffene fühlt sich das wie eine sanfte Massage an, die den Abtransport der Flüssigkeit unterstützen soll. Wichtig ist: IPK ersetzt weder Lymphdrainage noch Kompression. Sie ist ein Baustein in einem Gesamtkonzept, der zum Beispiel zwischen den Terminen oder in einer abgestimmten Anwendung zu Hause eingesetzt werden kann.
Für wen kann IPK infrage kommen?
Bei einem Lymphödem kann IPK eine Ergänzung sein, wenn die Lymphdrainage allein nicht mehr ausreicht. Die Entscheidung trifft man immer im Gesamtbild.
Bei einem Lipödem kann eine apparative Kompression in geeigneten Fällen Teil einer abgestimmten Behandlung sein. Sie verändert jedoch nicht die krankhafte Fettverteilung und baut kein Fettgewebe ab.
Laut SLK kommt das Varilymph 12 Pro unter anderem beifolgenden Beschwerden infrage:
- Lymph- und Lipödemen
- venösen Ödemen und Ödem-Mischformen
- Ulcus cruris (offenes Bein)
- postthrombotischem Syndrom
- posttraumatischen und postoperativen Ödemen
- Thromboembolieprophylaxe
- sensorischen Störungen bei Hemiplegie
Bei einem diabetischen Fußdefekt oder einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit gilt der Einsatz laut SLK nur im Rahmen eines komplexen Behandlungskonzepts.
Das IPC 3 ist laut SLK-Gebrauchsanweisung für venöse Ödeme, posttraumatische und postoperative Ödeme, Ulcus cruris, das postthrombotische Syndrom und die Thromboseprophylaxe vorgesehen. Ein Lipödem wird dort nicht ausdrücklich genannt.
Ob IPK für dich infrage kommt, hängt von deiner Diagnose, deiner Situation und deinem Ziel ab. Gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt und deinem Sanitätshaus lässt sich das gut klären.
Die beiden SLK-Geräte im Überblick
SLK bietet zwei Systeme für diese Behandlung an, die sich vor allem in Umfang und Einsatz unterscheiden:
- SLK Varilymph 12 Pro: Das Gerät arbeitet mit 12-Kammer-Manschetten. Die Einstellungen lassen sich individuell anpassen, und zum Programm gehören Manschetten für Beine, Arme und Oberkörper.
- SLK IPC 3: Dieses Gerät arbeitet mit 3-Kammer-Manschetten für die Beine. Es ist für die Entstauung bei venösen und lymphatischen Erkrankungen vorgesehen.
Welches System passt, entscheidet sich an deiner Diagnose und deinem Therapieziel, nicht an der Gerätegröße.
Worauf du vor dem Start achten solltest
Kläre zuerst die Ursache deiner Beschwerden und dein Therapieziel. Eine passende Manschette, ein guter Sitz und eine verständliche Einweisung machen den Unterschied. Lass dir die Anwendung zu Hause vom Sanitätshaus oder der Therapiepraxis zeigen.
Wenn du neue oder ungewöhnliche Beschwerden bemerkst, unterbrich die Anwendung und hol dir ärztlichen Rat. Das gilt besonders bei plötzlich stärkeren oder ungeklärten Schwellungen.
Wann ist Vorsicht geboten?
Nicht jede Person darf jedes Gerät nutzen. Laut SLK gehören beim Varilymph 12 Pro zu den Gegenanzeigen unter anderem eine dekompensierte Herzinsuffizienz, Thrombose oder der Verdacht darauf, ein Lungenödem und ein frischer Herzinfarkt. Die Manschetten sollten offene Wunden nicht berühren. Die vollständigen Hinweise findest du in der aktuellen Gebrauchsanweisung, und deine Ärztin oder dein Arzt sollte sie kennen.
Fazit: Du musst nicht allein entscheiden
Wenn deine Beine trotz Therapie immer wieder schwer werden, ist das ein guter Grund, neue Wege zu besprechen. IPK kann eine wertvolle Ergänzung sein, aber nur im Zusammenspiel mit Ärztin oder Arzt, Therapeutin oder Therapeut und Sanitätshaus.
Du verdienst eine Behandlung, die zu deinem Körper und deinem Alltag passt. Und du darfst Fragen stellen, bevor du dich entscheidest.
Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder individuelle Therapieempfehlung. Produktangaben stammen von den öffentlich zugänglichen SLK-Herstellerseiten und können sich ändern
© SLK Vertriebsgesellschaft mbH
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